Projektergebnisse

Zusammenfassung

Als Projektergebnis liegt eine systematische Vorgehensweise vor, die Unternehmen durch einen strukturierten und individualisierbaren Lösungsansatz zur anforderungsgerechten Auswahl und Einführung einzelner Methoden bzw. eines Methodenverbundes zur Steigerung der Ressourceneffizienz im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses unterstützt. Darüber hinaus ermöglicht eine Software die computergestützte Bewertung der unternehmensspezifischen Ist-Situation sowie darauf aufbauend die grafische Auswertung zum Vergleich unterschiedlicher Unternehmen oder Bereiche. Als weitere Funktionalität unterstützt die Software die Identifikation erster Handlungsansätze zur Verbesserung der Ressourceneffizienz im laufenden Produktionsbetrieb.

Tool zur IST-Bewertung (Quickcheck)

Zur operativen Einführung und Verankerung des Themas in den betrieblichen Alltag wurde ein Vorgehen entwickelt, das in die drei Bausteine "Ressourceneffizienz bewerten", "Ressourceneffizienz verbessern" und "Ressourceneffizienz verankern" gegliedert wurde.
Zur Bewertung des IST-Zustandes eines Unternehmens wurde ein softwaregestützter Quick Check entwickelt, der auf Basis grundlegender Fragen und Kennzahlen eine erste Einschätzung der IST-Situation ermöglicht und bei der Ableitung von Handlungsempfehlungen hilft.
Wird in der Software ein neues Projekt angelegt, so müssen zunächst die relevanten Basisdaten eingegeben werden. Hierzu gehören grundlegende Angaben zum Standort (Adresse, Ansprechpartner, Mitarbeiter, Branche, Schichtmodell, Grundstücksgröße etc.) sowie spezifische Kennzahlen zum Ressourceneinsatz (Rohstoffeinsatz, verwendete Grundmedien und Energieverbrauch). Die eingetragenen Daten werden für den späteren Vergleich mit anderen Unternehmen benötigt. In einem nächsten Schritt ist der eigentliche Quick-Check auszufüllen.
Neben der Einschätzung der Ist-Situation ermöglicht die Software eine Positionierung bezüglich der zu erreichenden Zielwerte. Sobald alle Punkte ausgefüllt sind, hat der Nutzer die Möglichkeit, sich eine Auswertung anzeigen zu lassen. Diese bietet einen Überblick, welche Stufen das betrachtete Unternehmen bereits erreicht hat und an welchen Stellen noch Diskrepanzen mit den gesteckten Zielen vorhanden sind. Hierzu werden in einem Netzdiagramm die Ziele zusammen mit dem Ist-Stand angezeigt. Zusätzlich lassen sich hier erste Handlungsempfehlungen ableiten.

Vorgehen zur Umsetzung und Verstetigung im operativen Betrieb

Zur operativen Einführung und Verankerung des Themas in den betrieblichen Alltag wurde ein Vorgehen entwickelt, das in die drei Bausteine "Ressourceneffizienz bewerten", "Ressourceneffizienz verbessern" und "Ressourceneffizienz verankern" gegliedert wurde.


Im ersten Baustein "Ressourceneffizienz bewerten" wird zunächst der Quick-Check durchgeführt. Auf Basis der Ziel-Werte lässt sich aus den Ergebnissen ein unternehmensspezifischer Reifegrad bestimmen. Dieser erlaubt eine Einschätzung der Ist-Situation im Unternehmen. Zusätzlich können Potentialfelder identifiziert und erste Handlungsmaßnahmen abgeleitet werden. Auf Basis der Potentialfelder gilt es in einem weiteren Schritt vertiefende Analysen durchzuführen, um die Potentialfelder zu quantifizieren. Hierzu kann u. a. auf die in der Methoden-Datenbank hinterlegten Methoden zurückgegriffen werden (vgl. hierzu den nächsten Abschnitt). Zur Durchführung der Analysen wurde im Rahmen des Projektes ein standardisiertes Vorgehen entwickelt, das eine schnelle Einschätzung der wesentlichen Material- und Energieverbräuche auf Basis von Referenzwerten und Kennzahlen ermöglicht. Die entsprechenden Werte wurden aus vergangenen Projekten und allgemeinen Quellen, wie Studien und Umfragen gewonnen.
Der zweite Baustein "Ressourceneffizienz verbessern" zielt auf die Potentialhebung durch eine Optimierung der bestehenden Verbräuche ab. Hierzu wurde ein fünfstufiges Vorgehen in Anlehnung an den PDCA-Zyklus entwickelt und in die fünf Schritte "Statusaufnahme", "Planen", "Umsetzen", "Kontrollieren" und "Verbessern" unterteilt. Im Rahmen der "Statusaufnahme" ist zunächst auf Basis der in Baustein 1 erfolgten Potentialanalyse eine Priorisierung der Handlungsfelder vorzunehmen. Je nachdem, ob Ressourceneffizienzmaßnahmen im Unternehmen über eine zentrale Abteilung oder dezentral durch Mitarbeiter der betroffenen Abteilungen durchgeführt werden sollen, bietet sich eine kaskadierte Einsteuerung der resultierenden Aktivitäten an, um die Organisation nicht zu überlasten. Gilt es, die Potentiale in einem Handlungsfeld zu heben, so sind im Schritt "Planen" konkrete Ziele und Maßnahmen zu definieren und im Anschluss in die Umsetzung zu bringen. Die Ziele und Maßnahmen ergeben sich aus der ebenfalls in Baustein 1 erfolgten Potentialanalyse. Bei der Ableitung von Zielen sollten immer auch die in der betroffenen Abteilung bestehenden Anreizsysteme mit ihren hinterlegten Zielsystemen hinterfragt werden. Liegt hier keine Zielkongruenz vor, so sind in der Regel Anpassungen notwendig. In dem Schritt "Umsetzen" erfolgt die Einführung der aus den Zielen und Maßnahmen abgeleiteten Prozesse. Die Einführung sollte von einem externen Mitarbeiter begleitet und im Anschluss auch überwacht werden (Schritt "Kontrollieren"). Im Anschluss geht es in dem Schritt "Verbessern" um die Einsteuerung weitergehender Verbesserungen, so dass ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess angestoßen wird. Das gesamte Vorgehen ist als iterativer Prozess zu durchlaufen.
Der dritte Baustein "Ressourceneffizienz verankern" unterstützt Unternehmen bei dem Aufbau eines grundsätzlichen Rahmens zur langfristigen Verankerung einer ressourceneffizienten Produktion. Notwendig sind unterschiedliche Maßnahmen, die den vier Clustern "Transparenz", "Motivation und Qualifikation", "Freiräume" und "Philosophie" zugeordnet wurden. Innerhalb dieser Cluster finden sich die zentralen Elemente zum Aufbau der notwendigen Rahmenbedingungen.